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Angewandte Realitätsferne

Ein Blog über ERASMUS-Austausch mit Prag aus der Sicht eines Computerlinguisten (auch interessant für Linguisten und Informatiker und allgemein für Austauschstudenten in Prag).

Alphabetischer Index:
Caput RegniEinkaufen 1Einkaufen 2Einkaufen 3Essen 1Essen 2Essen 3
Essen 4Essen 5 Essen 6EUFußballGaiman was hereGeheimnamen
HandyHockeyInsiderwissen JosefovKino, Oper, MusikKleinkram John Lennon
Linux-ExpoMetroMetroMFF Mala StranaMondfinsternisMusikNo? No. No!
OrientierungOrientierung 2Park(en) erlaubtPost, Polizei, NahverkehrRadioSchein oder nicht ScheinSemesterbeginn
Sightseeing 1Sightseeing 2Sightseeing 3SpazierenStromausfallTelephon!Theater
Tschechisch 1Tschechisch 2Tschechisch 3Tschechisch 4Tschechisch 5Tschechisch 6Übungsgruppen
UngarninvasionUNIXWinterschuleWohnheimWohnheim 2Wohnheim 3Zusammenfassung

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 13.02. 2004: Caput Regni /\ 
 
Die Hauptstadt der Konsonanten (von Insidern "hl.m." genannt) begrüßt ihre Gäste am Flughafen stilecht mit riesigen Leuchtlettern: PR_HA ! Die Gäste antworten höflich "Xundheit", und denken sich, gut, dass nicht das andere A ausgefallen ist, sonst hieße es "Staub", so bedeutet es wenigstens nur "Arnika" (laut Wörterbuch).

Die nicht-gotischen Randbezirke Prags sehen auffällig wie meine und deine zentraleuropäische Stadt aus. Auf den neugebauten Bürokomplexen steht "T-Mobile", die heimkehrenden Buspassagiere haben "MediaMarkt"-Tüten in der Hand, und die Buswände ziert Hornbach- und Obi-Werbung.
Seltsamerweise scheinen hier wie da alle Werbeplakate, handgestrickten Regenbogenwollhandschuhe, Kaffeeautomaten, und Eiskrem- und Würstchen-Voransichtstafeln des europäischen Kleinhandels in der selben Grosshändlerzentrale hergestellt zu werden...

Wenn man gucken will, wie's Wetter vor der Ankunft ist, hier zwei Webcams aus
den touristisch interessanten Ecken Prags, der Karlsbrücke http://www.visitprague.cz/okno.php3?s1=webcam&s2=bridge&lng=en und dem Altstädter Ring http://www.visitprague.cz/okno.php3?s1=webcam&s2=oldtownsquare&lng=en.

Apropos Buspassagiere: Die Metros , Busse und Straßenbahnen sagen brav die Haltestellen an, und alle Haltestellen besitzen auch für doofnasige Nichttschechischkönner leicht verständliche Linienpläne. Dass die ständig gleichbleibende Metro-Durchsage der erste Satz ist, den jeder auswendig lernt, muss hier nicht extra wiederholt werden... Nicht wundern, wenn in Prag alle Wege in den Metrostationen scheinbar nicht nach Rom, sondern ins Wohnheim führen, "Kolej" heisst anscheinend auch "Gleis".

Die Metrostationen sind generell immer ein sehr guter Orientierungspunkt, und wenn man einen Stadtplan hat, der auch Busse und Bahnen enthält, kann man die öffentlichen Verkehrsmittel bald "total optimieren": Metro für Langstrecken diagonal durchs Zentrum, Busse nach aussen (z.B. Flughafen) und nachts, und Strassenbahnen für Kurzstrecken im Zentrum oder in u-bahnlose Vororte. Die Prager Informatik hat z.B. die Tramvaj-Haltestelle Malostranské Namìstí direkt vor der Tür (Linie 23 und 22 z.B.).
 
2008-08-26 14:39

 
 13.02. 2004: Wohnheim /\ 
 
Das Kolej (Wohnheim) ist für einen Austauschstudenten der erste Ort, den man
aufsucht. Mein Wohnheim ist in der Südstadt, Ji¾ní Mìsto. Auf dem Weg
dorthin kommt man zwar schon an der Prager Informatik vorbei, aber man sieht nix, weil Metro unterirdisch. "Duh."
An der Zielbushaltestelle Kolej Ji¾ní Mìsto oder wahlweise Volha (die letztere liegt vor, die erstere hinter den Wohnheimen), angekommen, sieht man schon die Paneláky, die Plattenbauten. Es gibt dort gleich ein halbes Dutzend solcher Wohnheime, Blanice, Volha, Otava, Vltava, Sastrava, mit je mindestens 1000 Studenten, schätze ich: Je 10 Stockwerke mit je um die 25 Zimmer pro Flur mit je 4 Bewohnern. Viele Zimmer haben sogar einen Balkon, alle haben offenbar eine eigene Küche mit Bad, also nicht übel.

Eine tschechische Studentin, die mich zufällig an der Rezeption radebrechen hört, opfert sich freiwillig, mir den Weg zum Kolej Vltava zu zeigen, "aber nur, wenn ich will", ein erstes Beispiel für die Unaufdringlichkeit der Tschechen (nicht ironisch). In Italien z.B. wäre ich inzwischen schon mit der Rezeptionistin verfehdet und mit drei hilfreichen italienischen Studenten verheiratet. In Schweden hingegen hätte mir die Rezeptionistin inzwischen schon ihre Lebensgeschichte erzählt, die garantiert enthalten hätte, dass sie Verwandte in Deutschland hat, und ihren Ehemann vor 10 Jahren tot im Zimmer liegend aufgefunden hat, und seither Witwe ist.

Als erstes sprachliches Erfolgserlebnis entlocke ich dem Rezeptionisten, (der inzwischen die 2. Seite der Namensliste mit den Buchstaben ab H gefunden und den Zimmerschlüssel rausgesucht hat), ein Grinsen mit meiner extra auswendiggelernten und silbenweise vorgetragenen Frage nach Betttüchern zum Ausleihen: mo-hla bych vy-puj-èit lo¾-ni prad-lo. Ich bin stolz! Er hat mich verstanden! Is mir schompegal, ob ich das falsch dekliniert hab.

Erster Eindruck: Im Vergleich zu Saarbrücker Wohnheimen ist das Kolej Vltava in der Zimmereinteilung wie das "Guckelsberg", von der Unpersönlichkeit der Flure her wie das "Waldhaus", und von der Kultigkeit her (Heimbar etc) wie das "D". Manche Sachen sind tatsächlich ein wenig verschlissen, aber noch völlig im brauchbaren Zustand und sauber. Meine Mitbewohnerinnen sind Katarina, Radka und Nelly, wovon letztere nur Tschechisch spricht und ein ideales Opfer für meine sprachlichen Radebrechungen abgibt, muhahahah. Katarinas und Radkas Zimmer ist übrigens innen persönlicher eingerichtet als der äusserliche Schein es vermuten liesse, angeblich in Osteuropa ein häufiges Phänomen, aussen grau, innen gemütlich.

Mehr Info über Kolej Ji¾ní Mìsto gibt's hier http://www.tvojevolba.cz/prvacijizak.html, und hier noch eine nützliche Wegbeschreibung http://fph.vse.cz/fakulta/kde_najit/jizni_mesto.asp (alles auf Tschechisch).
 
2008-08-26 14:39

 
 14.02. 2004: Sightseeing 1 /\ 
 
Dank Metro findet man auch als locationally challenged person problemlos den Weg zurück ins Zentrum, z.B. zum Narodni Muzeum, wo der blaukarierten Behauptung des Stadtplans nach eine Fußgängerzone anfangen soll. Das Muzeum ist ein zur Orientierung gut wiederzuerkennender freistehender Kasten (nein, nicht zu verwechseln mit dem "Haus des Tschechischen Kubismus'") an der Stirnseite einer trotz seiner eher Circus Maximus-mäßigen Form Namìstí (Platz) genannten Anlage, die auf den Namen Vaclav hört, oder auch nicht.

Geht man (unter dem strengen Blick der Vaclav-Statue) den Wenzelsplatz bis zum anderen Ende entlang, kommt man an der Metrostation Mùstek vorbei -- den ganzen Tag überlege ich unterbewusst, was das wohl bedeutet: Musik-Diskothek? Museums-Eck? Mücke? Schon schlimm genug, dass ich schon in der Metro und überall die Werbung zu verstehen versuche ("Jesus lebt!")... Aber am Abend sollte das Geheimnis gelüftet werden.

Vom Mùstek aus der Fußgängerzone nach rechts folgend stolpert man in einen dicken uralten Turm, der mit einem "Huch, wo kommt denn die Stadt um mich plötzlich her"-Gesichtsausdruck trotzig mitten im Verkehr steht. Nachträglich stellte er sich als Pra¹na Brána, Pulverturm heraus, der im Gegensatz zu seinem Heidelberger Pendant nicht von innen heraus in zwei Teile gebrochen war, was natürlich gar nichts über die Qualität des jeweiligen Schießpulvers aussagt. ;-) Von dem Pulverturm aus schwimmt man mit dem Strom der vormittäglichen Touristen schnell zum berühmten Staromìstké Namìstí. Das Zentrum der Altstadt ist der Ort für Photos (und Taschendiebe), allerdings warte ich doch lieber auf sonnigere Tage.

Banausischerweise habe ich aber das Orloj verpasst -- obwohl mir diese schön verzierte und aus Ringen und Sternzeichen bestehende Uhr bei meinem erfolglosen Versuch, die Zeit abzulesen ("Oh, is' schon einundzwölfzig-einhalb vor Krakelsymbol?"), zwar aufgefallen ist, und ich über die Massen an Touristen verwundert war, die auf etwas anders als die Uhrzeit zu warten schienen, kam ich leider nicht auf die Idee, zu warten, ob um 11 nicht irgendwelche Figürchen die Zunge rausstrecken, Drachen töten, Türchen öffnen oder Macarena tanzen würden, oder was auch immer es ist, was anständige tausend Jahre alte Prä-Kuckucke für die Touristen tun.
Später am Abend habe ich gelesen, dass ich bei der Uhr auch auf 4 drumherumstehende Figuren achten sollte, die Eitelkeit, den Geiz, den Tod und den Krieg. Und irgendwo muss da doch noch eine photogene Boyband herauskommen zur vollen Stunde...

Weiter auf touristischen Pfaden kann man sich anhand Souvenierstände zur nächsten Sehenswürdigkeit weiterleiten lassen. In den Gässchen der südlichen Altstadt gibt es viel Zeug, das dem Gehirn das Wort "Tand" aufdrängt: Politische Madrenuschkas, russische Pelzmützen (warum muss ich da an IKK denken?), CZECH-THIS-OUT!-T-Shirts, Stoff-Maulwürfe, und unterbeschäftigte Verkäuferinnen, die ihre seriös dreinblickenden Marionetten sexy zur Popmusik durch den leeren Laden tanzen lassen, zumindest bis sie merken, dass ihnen jemand dabei zuschaut. Achja, die haben hier sogar kleine Karruselle, in die man Marionetten hängt, und beim Drehen bewegt es das Steuerkreuz der Marionetten so, dass sie alle den ganzen Tag im Kreis marschieren! Tschechnologie!

Weiter Richtung Moldau kommt man direkt zu einem Tor, das (<guck> <staun> Aaaargh, Vorsicht, Ampel!) kommentarlos in die berühmte Karlsbrücke übergeht. Die Maler stellen dort ihre Stände mit konkreten und abstrakten Aquarellen auf, und Führerinnen erzählen Anekdoten über zugunsten von Maria hoch an Hauswänden hängende Laternen mit Bänkchen, oder so. Auffällig viele Deutsche unterwegs, und die multilingualen Händler passen sich an.

Direkt von der Karlsbrücke sieht man nicht nur den? die? das? Hrad, und Vögel, die mit einem "Des g'hört so"-Gesichtsausdruck auf den ausgestreckten Fingern der Statuen hocken, sondern v.a. kommt man direkt zur Prager Informatik und Computerlinguistik. Die antike Stahltür ist allerdings in geschlossenem Zustand nicht sehr einladend, und anstatt (wie beim Orloj...) dort ohne Reiseführer auch noch das Hrad zu übersehen, ging ich erst mal mit etwas zu Essen in der Tache wieder zurück. In den Metro-Stationen, z.B. konkret in dem Gang aus der Metrostation Chodov heraus, scheint aus irgendwelchen physikalischen Gründen punktuell ein starker Sturm zu herrschen, auch wenn es draussen windstill ist. Komisch.

Beim abendlichen Schmökern in der tschechischen Grammatik (jaaa, Linguisten tun sowas) fiel mir auf: Es gibt alle Vokale mit und ohne Èárka (Längenzeichen); nur das U gibt es noch zusätzlich mit Krou¾ek (Kringel) als Längenzeichen -- das O mit Èárka kommt hingegen (in tschechischen Wörtern) fast nie vor... Verdächtig... Ein weiteres grausames Geheimnis der tschechischen Sprache, das Jan Hus (seit des Aussprachewechsels des Ys zu I) in seinem Grab rotieren lässt? Vielleicht ist das lange U mit Krou¾ek die neue verdeckte Identität des sang- und klanglos verschwundenen langen Os mit Èárka? Und dann hiesse es nicht Mùstek... sondern Móstek... Brück-lein!

Die Tschechen geben übrigens im Zweifelsfall den Deutschen die Schuld für das Diakritika-Wirrwarr auf ihren Buchstaben -- Die deutschen Katholiken hätten Jan Hus ja schließlich gefälligst auf den Scheiterhaufen bringen können, bevor er die tschechische Schrift entwickelt hat!
 
2008-08-26 14:39

 
 16.02. 2004: Semesterbeginn /\ 
 
Nachdem ich den ganzen Sonntag meinen Schlepptop FVWM2-mässig weiterkonfiguriert hab (ein echtes Linux ist nie fertig...), beginnt am Montag hierzulande das Semester. Der Tag geht los mit Miete bezahlen, in der Bibliothek der Akademie Vìt um Internetzugang schnorren (leider inzwischen nur noch mit Ausweis, Mischt), Anmeldung im Studentensekretariat, Studententicket kaufen (yeah, ÖPNV rulez!), und in der Malostranska dem ERASMUS-Koordinator Präsenz zeigen.

In der Praxis hat das Studentenbüro Montags Vormittags natürlich zu, und der ERASMUS-Koordinator der Malostranska ist "im Gebäude unterwegs"... Apropos Gebäude, die Unigebäude in Prag sind... geringfügig cooler als die in Saarbrücken... 4 Meter hohe Decken, Marmortreppenhaus, neue (z.T. noch ungenutzte) Einrichtung, neuer Aufzug, neue Cafeteria, neuer Computerraum... Für Kleinstadtnasen, die Büroflure gewöhnt sind, die sich mit einem Blick überschauen lassen, sind diese Dimensionen mal was ganz neues... ("Eine Riesenhalle! Oder ein Flur? Und da noch eine! Und Türen! Und noch mehr Türen--!" usw) Die einzigen auffindbaren Nachteile: Die Türen sind immer ein wenig uneinladend geschlossen; 4 Stockwerke Treppensteigen verbraucht soviel Energie wie normal 6-8; und unter den Studenten gibt es hier scheinbar nur ca. 5% Frauen! Dozentinnen gibt es hingegen einige.

Nuja, der Doktorand, der mir dann mitteilt, dass der ERASMUS-Koordinator gerade nicht da sei, lässt mich netterweise kurz Junkmail checken (eMailsüchtige unter sich?), den Rest der Wartezeit vertrödle ich damit, mir ein paar Strässchen und das Orloj noch mal reinzuziehen. Auf dem Weg komme ich übrigens an dem Haus vorbei, wo uns' Karel jetzt den Cheffe macht, Institut der Tschechischen Sprache, hübsch türkis??

Pünktlich um Viertel vor trudele ich dann wieder auf dem Staremìstké Namìstí ein -- und begehe den Fehler, mir die letzten 10 Min vor dem, was auch immer das Orloj tun wird, bei den hübschen Gemälden an den Souvenir-Ständen totzuschlagen: Denn 10 Min später ist der schmale Teil des Platzes vor dem Orloj von einer riesigen Menschenmenge belagert... Nix da "sich einfach daneben stellen", dann hätte man so einen schrägen Winkel, dass man von der Uhr nichts mehr sehen würde...
Sich durchkämpfen also (das kleine Kind hinter mir wird noch in 30 Jahren nicht verstehen, warum seine Eltern seine Zeit auf diesem Platz verschwendet haben), und tatsächlich taucht die photogene Boyband schüchtern der Reihe nach hinter einer kleinen Türöffnung auf, das Skelett leutet die Glocke, irgendeine andere der vier negativen Symbolfiguren winkt ein wenig, das ist alles, was ich sehen kann -- Das Publikum bricht in begeisterten Applaus aus! Aha? "Mensch, die Uhr hat sich schon wieder bewegt! Komm, wir kommen in einer Stunde wieder, vielleicht schafft sie's ja nochmal!" ?? Ts. Ausserdem gibt es an der Uhr unten noch vier weiter Figuren, die aber beim Läuten nicht viel Initiative ergriffen, und die mir im Gegensatz zu den von den Touristen beachteten eher positiv erschienen (soll nur der Fairness halber erwähnt sein: Es ist keine Depri-Uhr).

OK, mit nachmittags erfolgreich ergattertem Semesterticket ging's dann wieder ab zur "©kola" (auf Tschechisch ist die Universität auch ©kola), wo der ERASMUS-Koordinator sich echt mega einen abbrach, mich zu akklimatisieren, inkl. lokalem Sofort-Account, eigenem Arbeitsplatz mit Türschlüssel, und supernetter (u.a. deutschsprachiger) Sekretärin. Also gut, ist nicht \meine\ Sekretärin... aber manchmal kommt's einem so vor. <staun> Hoffentlich hat er mich nicht mit irgendeinem Ehrengast verwechselt...??

Eine Sammlung von Links mit Informationen betreffs der Prager Informatik gibt
es hier: http://www.ms.mff.cuni.cz/all.html
 
2008-08-26 14:39

 
 18.02. 2004: Tschechisch 1 /\ 
 
Yeah, kaum hab ich meine erste Vorlesung auf Tschechisch gehört, sehe ich überall nur noch Háèeks und Èárkas! Ups, ne, sorry -- es schneit bloß. Hab zwar nur Bruchstücke verstanden, aber es besteht Hoffnung, des "g'hört so", dass man am Anfang einen Knoten im Parser hat...

Spracherwerbsselbstanalyse: Ich stelle fest, dass mein Gehirn a) hin und wieder auf Schwedisch (sic) parst, und b) ansonsten immer "Das Wort kenne ich! ... Das nicht... Aber das! ... Und das auch! ... Das nicht... Nein... Nope... Sorry... Ah, eine Konjunktion!" mitprotokoliert -- nur, der Zugriff auf die tatsächliche Bedeutung der Worte ist noch nicht schnell genug, dass ich am Ende den Satz verstehen könnte.

Irgendwann bildet sich aus der Wortwolke eine Bedeutungsillusion, und man bildet sich ein, man wüsste zumindest, um welches Thema es geht; z.B. hat sie (id est Hajièová persönlich!) ELIZA als Beispiel für linguistische Aspekte der Künstlichen Intelligenz beschrieben. Aber die Details, die mich ja gerade interessiert hätten (was sagt sie über Noam Ch.? Gibt es ein Skript oder nicht? Soll man ihr nun dumme Fragen emailen, oder nicht?) sind leider nicht durchgekommen. :-(

Die andere Vorlesung hab ich wohl verpasst, weil ich jemanden gefragt habe, wo sie ist, der es ganz genau wusste, sich aber im Semester geirrt hat... Und da wundern sich die Leute, warum ich immer so unverständig auf den Vorschlag reagiere, doch "einfach jemanden zu fragen"... =-P

Das Online-Vorlesungsverzeichnis der MFF ist nämlich zwar auf den 1. Blick sehr gut, auf den 2. ist es ein wenig dezentralisert, und man findet viele Details erst im dritten Anlauf auf einer völlig anderen Webseite. Weitersuchen lohnt sich. http://www.mff.cuni.cz/vnitro/is/sis/index.php
Hier noch der viel gesuchte Stundenplan der UTKL, die die philosophisch-linguistische Hälfte der CoLi darstellt: http://utkl.ff.cuni.cz/vyuka.html.en Rozvrh ist übrigens keine Abkürzung, das heisst wirklich Stundenplan auf Tschechisch.
 
2008-08-26 14:39

 
   
2008.08.26

http://www.ruthless.zathras.de/